Grund­wasser­schutz
und Landwirt­schaft

Durch gezielte Wasserschutz­gebiete, ein umfangreiches Monitoring sowie der Zusammen­arbeit mit regionalen Wasserschutz­bauern sorgen wir für sauberes Grundwasser. Gemeinsam mit regionalen Programmen reduzieren wir Nitratbelastungen und fördern nachhaltige Bewirtschaftung – für bestes Trinkwasser aus Ihrer Region.

Wie wir Ihr Trinkwasser schützen

Um die beste Trinkwasserqualität zu gewährleisten, schützen wir das Grundwasser vor Nitratbelastung und Verunreinigungen. Dafür wurden im Einzugsgebiet der Brunnen spezielle Wasserschutzgebiete eingerichtet. Ein Grundwasser-Monitoringprogramm dient als Frühwarnsystem, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Die Brunnenschutzgebiete sind Teil des „Regionalprogramms Grundwasserschutz Graz bis Bad Radkersburg“, das den guten Zustand der Grundwasservorkommen im Grazer Feld, Leibnitzer Feld und Unteren Murtal sichert. Außerdem nehmen beide Gebiete freiwillig am Programm „ÖPUL – Vorbeugender Grundwasserschutz auf Ackerflächen – GRUNDwasser 2020“ teil. Ziel dieses Programms ist es, durch nachhaltige Landwirtschaft die Belastung von Grund- und Oberflächengewässern mit Nitrat zu reduzieren.

Wasser­schutz­bauern im Einsatz

Rund 60 Wasserschutzbauern aus den Gemeinden Feldkirchen, Gössendorf, Premstätten, Fernitz-Mellach, Lieboch und Kalsdorf engagieren sich aktiv für den Schutz des Grundwassers. Auf etwa 300 Hektar, darunter auch in den Wasserschutzgebieten der Wasserverbände Grazerfeld Südost und Umland Graz, werden jährlich vielfältige Begrünungen angelegt.

Diese Maßnahmen schützen nicht nur das Grundwasser, sondern erhalten auch die Bodenstruktur und fördern den Humusaufbau. Zusätzlich steigern sie die Biodiversität, beleben den Boden und verbessern langfristig die Bodenfruchtbarkeit.

Grundwasser­monitoring

In allen Einzugsgebieten unserer Brunnen führen wir ein umfangreiches Monitoringprogramm durch. Mehrmals im Jahr entnehmen wir Wasserproben an Grundwassermessstellen, die von einem akkreditierten Labor sorgfältig untersucht werden.

Da sich das Grundwasser unterirdisch bewegt, können wir diese zeitlichen Veränderungen mithilfe von Modellen nachvollziehen. Unsere Messstellen liegen dabei unterschiedlich weit entfernt – von über einem Jahr Fließzeit-Entfernung bis zu nur 60 Tagen Fließzeit-Entfernung zum Brunnen.

Dank der chemischen Analysen erhalten wir so frühzeitig zuverlässige Informationen zur Wasserqualität. Das ermöglicht uns, bei Bedarf rechtzeitig Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers zu ergreifen.

Kultur­arten­erhebung im Schutz­gebiet Kalsdorf, Gössen­dorf und Thondorf

In den Schutzgebieten rund um die Brunnen Kalsdorf, Gössendorf und Thondorf gelten besondere Regeln zur Bewirtschaftung, Grundstücksnutzung und Nutzung der Gewässer. In der weiteren Schutzzone wurden in Abstimmung mit den Eigentümer:innen Einschränkungen bei der Bewirtschaftung festgelegt. Die engere Schutzzone ist grundsätzlich von jeglicher Bewirtschaftung ausgenommen.

Um die Einhaltung dieser Schutzmaßnahmen sicherzustellen, besteht in Kalsdorf für alle Maßnahmen eine Aufzeichnungspflicht. Diese Aufzeichnungen müssen vom Wasserverband, der Gewässeraufsicht und den zuständigen Behörden mindestens sieben Jahre rückwirkend eingesehen werden können.

Seit 2015 wird jährlich eine Kulturartenerhebung in den Wasserschutzgebieten durchgeführt. Dabei werden die landwirtschaftlichen Flächen begangen, und die Beobachtungen mit den Betriebsbuchformularen sowie den Aufzeichnungen zu Düngemittelgaben abgeglichen. Die beschränkten Düngegaben tragen maßgeblich zur Verringerung des Nitratgehalts im Einzugsgebiet der Brunnen bei.

Neophyten­management

Außerdem liegt ein besonderer Fokus auf dem Unkraut- und Neophytenmanagement. In den Schutzgebieten wollen wir die Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten eindämmen. Zusammen mit den Landwirten und Jägern achten wir darauf, dass beispielsweise die Kanadische Goldrute regelmäßig gemäht wird.