Wasser­verband Grazerfeld Südost eröffnet Brunnen­anlage in Thondorf

Der vom Land Steiermark ausgezeichnete Wasserversorger erreicht mit der Eröffnung der neuen Brunnenanlage Thondorf in der Marktgemeinde Gössendorf einen neuen Meilenstein in der Verbandsgeschichte und verdreifacht so die Entnahmemenge im Versorgungsgebiet.

Der Wasserverband Grazerfeld Südost versorgt seit 1973 die Einwohnerinnen und Einwohner im südlichen Umland von Graz mit bestem Trink-, Nutz- und Löschwasser. Zurzeit stellt der regionale Wasserversorger Trinkwasser für rund 25.000 Personen bereit – Tendenz steigend. Um diesen Bedarf abdecken zu können, war der Wasserverband in den vergangenen Jahren auf die Unterstützung des Wasserverbands Umland Graz angewiesen, bei dem man Wasser über das Verhältnis der Beteiligung hinaus zukaufen konnte. Aktuelle Daten prognostizieren im Verbandsgebiet ein starkes Bevölkerungswachstum bis 2050, womit auch der Wasserbedarf stetig steigt. Daher begann der ausgezeichnete Wasserversorger bereits im Jahr 2013 mit der Planung einer neuen Brunnenanlage zur Sicherstellung der Bedarfsdeckung im Verbandsgebiet.

Intensive Standortsuche und erster Pumpversuch

Nach der erfolgreichen Standortsuche, die nach etwa drei Jahren 2016 abgeschlossen werden konnte, führte der Wasserverband Grazerfeld Südost im Jahr 2017 einen ersten Pumpversuch in der Thondorfer Au durch. „Untersuchungsergebnisse haben bereits vor dem Pumpversuch gezeigt, dass das Grundwasservorkommen am neuen Brunnenstandort das ergiebigste Vorkommen südlich von Graz ist und auch die Wasserqualität ist optimal zur Trinkwasserversorgung geeignet“, so GR Johann Lendl, Obmann des Wasserverbands Grazerfeld Südost. „Umso erfreulicher war es für unseren Verband, dass der Pumpversuch erfolgreich abgeschlossen werden konnte und sämtliche Hoffnungen erfüllt wurden.“

Hand in Hand mit der Landwirtschaft und der Gemeinde

Gute Partnerschaft und das Bewusstsein für sauberes Wasser sowie gesunde Böden prägten die Zusammenarbeit des Wasserverbands Grazerfeld Südost mit den in der Thondorfer Au ansässigen Landwirten. „Die Wasserschutzbauern sehen sich als Partner der Wasserversorger an. Dadurch konnten wir mit allen Grundstückseigentümern, die zum größten Teil Landwirte sind, eine rasche Einigung zum Bau der Brunnenanlage erreichen“, erklärt Dietmar Luttenberger, Geschäftsführer des Wasserverbands Grazerfeld Südost. Nicht nur die Landwirte in der Marktgemeinde Gössendorf wissen um die Bedeutung von sauberem Wasser, auch die Gemeinde selbst ist diesbezüglich ein absoluter Vorreiter. „Als Bürgermeister der ersten Wasserschutzgemeinde Österreichs und Vorstandsmitglied des Wasserverbands Grazerfeld Südost freut es mich daher gleich doppelt, dass dieser Meilenstein in unserer Gemeinde umgesetzt wurde“, erklärt DI Gerald Wonner.

Offizieller Spatenstich im Frühjahr 2023

Nach dem Erhalt des positiven Wasserrechtsbescheids im Juni 2022 konnte der Wasserverband Grazerfeld Südost im März 2023 mit den Bauarbeiten für die Brunnenanlage (bestehend aus 2 Brunnen und Technikhäusern) sowie die dazugehörende Verbindungsleitung starten – 6,9 Millionen Euro wurden in Summe in die Hand genommen, um eine stabile und zukunftsorientierte Wasserversorgung im Verbandsgebiet sicherzustellen. Modernste Technik garantiert absolute Sicherheit: So wurde zum Beispiel zur vorbeugenden Desinfektion eine UV-Bestrahlungsanlage installiert, ebenso wie eine Eisen- und Manganaufbereitungsanlage, die den Boden im Einzugsbereich der Brunnenanlage mit Sauerstoff anreichert. Auch bei der Materialauswahl wurde auf Langlebigkeit und Ressourcenschonung geachtet, die Arbeiten selbst wurden an Unternehmen aus der Region vergeben. Seit Anfang September 2024 ist die Brunnenanlage in Betrieb und hat die Entnahmemenge des Wasserversorgers von bisher 32 l/s mit den weiteren 60 l/s auf mehr als 90 l/s Trinkwasser verdreifacht. „Mit der Fertigstellung der Brunnenanlage haben wir in der Versorgungssicherheit einen großen Schritt nach vorne gemacht und können unseren Wasserbedarf nun zum größten Teil selbst abdecken“, informiert Geschäftsführer Dietmar Luttenberger. Bei Bedarf kann der Wasserverband Grazerfeld Südost auch weiterhin auf die Unterstützung des Wasserverbands Umland Graz zählen.

Teil eines großen Ganzen

Die neue Brunnenanlage des regionalen Wasserversorgers nimmt auch im Wassernetzwerk des Landes Steiermark eine wichtige Rolle ein. Konkret werden mit dem Brunnenprojekt Notversorgungsanschlüsse an die Transportleitungen Südsteiermark und Oststeiermark ermöglicht, welche zur Verteilung des Wassers vom wasserreichen Norden in den Süden beitragen. „Die Erschließung von zusätzlichen Grundwasserressourcen im südlichen Umland von Graz, aber auch die Einbindung ins Wassernetzwerk Steiermark sind von großer Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Region“, bestätigt Dipl.-Ing. Johann Wiedner, Leiter der Abteilung 14 (Wasserwirtschaft, Ressourcen, Nachhaltigkeit) des Landes Steiermark.

Was bringt die Zukunft?

Der weitere Ausbau sowie die Instandhaltung der Wasserversorgungsinfrastruktur steht ganz oben auf der Agenda des Wasserverbands Grazerfeld Südost. Konkret ist bereits die Umsetzung eines weiteren Brunnens geplant – die Brunnenanlage Thondorf sowie die Verbindungsleitung wurden so geplant, dass der Anschluss eines neuen Brunnens in den kommenden Jahren problemlos möglich ist. Ebenso arbeitet der Wasserverband Grazerfeld Südost beständig an einem vorausschauenden Umgang mit den zur Verfügung stehenden Trinkwasserressourcen. Sanierungsmaßnahmen mit der Errichtung von neuen Anlagen in Einklang zu bringen und dabei nicht die Wirtschaftlichkeit, die interne Kostenoptimierung und die Schonung der Ressource Wasser aus den Augen zu verlieren, ist die größte Herausforderung der kommenden Jahre.

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